REVIEW: OECT SUMMIT | 13./14.09.2021

Die 11. Ausgabe des OECT stand dieses Mal unter der Überschrift „Study Feasibility and Patient Recruitment Retention“. Viele hochkarätige Sprecher teilten ihre Erfahrungen, Vorstellungen und Visionen zu klinischen Studien weltweit. Darunter auch Helena Sigal, Gründerin und Managing Director von Sigal SMS, welche über Do´s and Dont´s beim Start von Studien sprach. Welches unsere drei wichtigsten Learnings des 11. OECT waren, möchten wir gern mit Ihnen teilen:

Diversität wird auch bei klinischen Studien zunehmend wichtiger

„Jeder Mensch ist anders“ ist eine Feststellung, die lange bei klinischen Studien außer Acht gelassen wurde. Inzwischen ist klar, dass Medikamente und Therapien auf verschiedene Personengruppen (je nach Alter, Geschlecht, Konstitution etc.) durchaus unterschiedlich (gut) wirken. Auch in klinischen Studien braucht es deshalb zunehmend Diversität und Individualität, um langfristig die Aussagekraft der Ergebnisse und die Zweckmäßigkeit für die Forschung zu sichern.

Decentralization is here to stay

Zugegeben, Homeoffice ist weder für Studienteilnehmer noch Studienzentren eine realistische Option. Dennoch gab es in den vergangenen Monaten zahlreiche Modelle, Studien auch unter Corona-Bedingungen weiter- bzw. durchzuführen. In den USA sind dezentrale und hybride Studien schon lange implementiert und Studienzentren konnten bereits Feedback geben bzw. Erfahrungen über zahlreiche Modelle austauschen. Decentralized Clinical Trials, Hybrid Clinical Trails, Home Service Visiten usw. sind der nächste große Schritt, um die klinische Forschung patientenorientierter zu gestalten. Im selben Zuge werden dezentrale und hybride Studien einen erheblichen Einfluss auf die anhaltende Herausforderung der Patientenrekrutierung haben.

Patienten von Anfang bis Ende involvieren

Viele Patienten fühlen sich unzureichend über Ziel, Ablauf oder auch Ergebnisse der Studien informiert und brechen daher oft vorzeitig ab oder verlieren das Interesse für kommende Studien.

Ziel ist es, die Transparenz zu erhöhen, um Missverständnissen und den damit einhergehenden Vertrauensverlust zu verhindern. Es mag banal klingen, aber oft vergessen CROs und Sponsoren, dass Patienten Menschen sind. Gerade bei komplexen, schwerwiegenden Krankheiten kann eine innovative Therapie lebensentscheidend für den Patienten sein. Diese wollen aber auch verstanden und einbezogen werden: „Als Patient möchte man das Gefühl haben, dass auch jemand außerhalb der eignen Familie für einen kämpft.“ (Imogen Cheese, Krebspatientin und Sprecherin auf dem OECT)

Eine Erkenntnis, die mit den vielseitigen inhaltlichen Impulsen nichts zu tun hat, betrifft das Event selbst: Aufgrund steigender Inzidenzen musste das OECT leider rein virtuell stattfinden. Obwohl professionell organisiert, bietet dieses Format in Sachen Netzwerken nicht ganz die Möglichkeiten wie Präsenzveranstaltungen. Doch „zum Glück mussten wir am Ende keine Koffer packen, um den nächsten Flieger zu schaffen“ (Sachin Sharma, OECT Organisation Team). Trotzdem freuen wir uns bereits auf den nächsten OECT vor Ort. Hoffentlich im Frühjahr 2022!

 

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