REVIEW 3. ONCOLOGY STRATEGY BOARD MEETING

UNSERE LEARNINGS

Welche Erwartungen hat ein Auftraggeber oder Auftragsforschungsinstitut (Clinical Research Organization – CRO) an onkologische Studienzentren? Welche Herausforderungen sehen Pharma-Unternehmen und CROs bei der Durchführung onkologischer Studien in Deutschland? Kann unsere fachliche Kompetenz helfen, mehr Studien nach Deutschland zu bringen? Zu diesen und weiteren Fragen fand am 10. Dezember 2021 ein intensiver Austausch zwischen Ärzten unseres Netzwerkes und onkologischen Fachexperten statt. Vertreter von Parexel und Janssen trugen ebenfalls mit vielen Anregungen einen sehr wichtigen Teil zur Diskussion bei. Wir haben den intensiven Erfahrungsaustausch sehr genossen und viele Denkanstöße mitgenommen.

1. KOOPERATIONEN ALS WESENTLICHES ERFOLGSKRITERIUM

Bestehende und eingespielte Kooperationen, wie die Zusammenarbeit mit der Radiologie oder Apotheken sind seitens Sponsoren und CROs wünschenswert. Kooperationen mit der Radiologie, lokalen Laboren und Apotheken sind nicht nur wichtig für einen reibungslosen Ablauf des Praxisbetriebs, sondern auch für die Durchführung von Studien. Letzteres verlangt, dass sie vertraglich geregelt und eingespielt sind. Kann ein Studienzentrum dies vorweisen, erhöht es seine Attraktivität gegenüber Sponsoren und CROs um ein Vielfaches.

2. DEUTSCHLAND VERLIERT BEDEUTUNG ALS STUDIENSTANDORT

Deutschland steht in weltweitem Studienwettbewerb, das betonten die Vertreter von Janssen und Parexel gleichermaßen. Aufgrund des weltweiten Wettbewerbs entscheiden internationale Unternehmen immer im Sinne der Wirtschaftlichkeit. Sie vergeben ihre Studien in die Länder, in denen sie kurze Start-up-Timelines haben, schnell rekrutiert wird und weitere Rahmenbedingungen, wie gesetzliche Datenschutzvorgaben für sie einfacher zu erfüllen sind. Deutschland verliert zunehmend an Boden. An den Rahmenbedingungen können Studienzentren wenig ändern. Sie können allerdings in ihre eigene Sichtbarkeit und Professionalität investieren, um so trotzdem attraktiv für Sponsoren und CROs zu sein.

3. DECENTRALIZED TRIALS & REMOTE MONITORING SIND DIE ZUKUNFT

Dezentrale Studiendurchführung ist keine Zukunftsmusik mehr. Auch nach der Pandemie werden im Rahmen verschiedener Studien bestimmte Maßnahmen beim Patienten zuhause bzw. remote durchgeführt werden, unter anderem Blutdruck messen via SmartWatch oder Online-Fragebögen. Studienzentren müssen sich zunehmend mit dem Thema vertraut machen, welche Skills und welches Know-how benötigt werden. Da der Patient nicht für alles persönlich vor Ort anwesend sein muss, werden neue Abläufe notwendig, die dem Patienten eine Studienteilnahme teilweise von zu Hause oder jedem beliebigen Ort erlauben. Aufgrund coronabedingter Einschränkungen ist es für Monitore zunehmend schwierig, im Studienzentrum präsent zu sein. In vielen Ländern ist Remote Monitoring inzwischen üblich, hängt aber von den jeweiligen Rahmenbedingungen ab. Deutschland arbeitet vielerorts noch sehr konventionell, während es in anderen Ländern bereits innovativere Lösungen gibt. Dabei könnten u.a. eine zertifizierte Studiensoftware und digitale Patientenakten schnell, einfach und ressourcenschonend Abhilfe schaffen. Die Darstellung der Erwartungen von Sponsoren und CROs, aber auch der Unterschiede zwischen den Rahmenbedingungen in verschiedenen Ländern, zeigte deutlich, dass wir uns zusammen für den Standort Deutschland einsetzen müssen. Die entstandene Diskussion hat uns in unserer Vision bestärkt, uns für die klinische Forschung in Deutschland stark zu machen. Viele der gewonnen Erkenntnisse und Ideen werden wir im Jahr 2022 angehen!

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